Lehrveranstaltungen zur Praxis wissenschaftlichen Arbeitens finden sich in der einen oder anderen Form in den meisten Studiengängen der Geistes- und Sozialwissenschaften: Solche Kurse befassen sich zum einen (gelegentlich auch) mit den wissenschaftsphilosophischen Grundlagen einer Disziplin und wollen zum anderen praktische Hinweise an die Hand geben, wie Literatur zu finden und zu bewerten ist, wie Texte zu verfassen, Referate zu halten und korrekte Literaturhinweise zu benennen sind. Gleichzeitig geht ein so theoretisch vermitteltes Wissen häufig an den jeweiligen Praxen des alltäglichen Wissenschaftsbetriebs vorbei. Der Prozess von der Generierung einer Forschungsidee über das Formulieren von Anträgen, der Konzeption empirischer Untersuchungen, des Verfassens und laufenden Veränderns eines Textes bis hin zur Publikation von Beiträgen in Journalen, Forschungsberichten und Monographien erscheint dabei höchst individuell und liegt zum großen Teil im Dunkeln.

Call for Papers im Journal für Psychologie

Mit dieser Ausgabe des Journal für Psychologie wollen wir uns selbst als Wissenschafter_innen befragen.

1. Wie machen wir Wissenschaft?

 *   Welche Ressourcen setzen wir wann ein?

 *   Wie und wo generieren wir unsere Ideen?

 *   Wie wichtig ist formeller und informeller Austausch?

2. Welche Rolle spielt die Lehre für die Wissenschaft?

 *   Muss Lehre unterhaltsam sein?

 *   Wer lernt von wem?

 *   Wie verstehen wir unsere Rolle als Lehrende und Lernende?

 *   Welche Rolle spielen Prüfungen, Klausuren und Examina bzw. Abschlussarbeiten für die Wissenschaft?

 *   Was ist das Verhältnis von Didaktik und Wissenschaft?

3. Welche technischen Voraussetzungen sind entscheidend?

 *   Wie nutzen wir Bibliotheken, Datenbanken, Journale, Suchmaschinen, Literaturverwaltungsprogramme, social Media, etc.?

 *   Welche Auswahlstrategien sind für uns ausschlaggebend für die Entscheidung, wo und was zu publizieren?

 *   Welche Rolle spielen quantifizierende Sichtbarkeitsindikatoren (h, impact, reads, Zitationshäufigkeit, etc.)?

 *   Welche Rolle spielt die Sichtbarkeit und Wertschätzung durch eine jeweilige „scientific community“?

 *   Wie gehen wir mit Datenverwaltung um (im Zeitalter von Clouds, Dateisharing-Programmen, Datenservern, ftp-clients, etc.)?

4. Welche Rolle spielt die ‘Disziplin’ bzw. spezifische Standards bei der Umsetzung wissenschaftlicher Projekte?

 *   Welche Bedeutung hat die Selbstzuordnung zu einer Disziplin und deren Standards für die je eigene Forschung?

 *   Wie beeinflusst die Tätigkeit als Wissenschafter_in unsere je eigene Selbsterzählung?

 *   Inwieweit betrifft uns unsere Forschung ‘persönlich’?

In diesem Sinne erbitten wir Beiträge zu den oben genannten Fragen. Speziell interessiert sind wir an autoethnografischen Beiträgen, Überlegungen zur Wissensschaffung, Wissensvermittlung und Überdidaktisierung, zu kritischen Auseinandersetzungen mit der zunehmenden Etablierung von Schreiblaboren, theoretischen Abhandlungen zur Frage von Wissenschaft und Wissensvermittlung, wie auch (kritisch orientierten) Studien zum Lehr- und Lernbetrieb.

Falls Sie sich mit einem Beitrag an diesem Heftschwerpunkt beteiligen wollen, senden Sie bitte zu unserer Orientierung bis zum 01. Februar 2018 ein Abstract an: martin.dege@fu-berlin.de und Irene.Strasser@aau.at

Sie erhalten zu Ihrem Abstract ein zeitnahes Feedback. Die Endfassung Ihres Manuskripts sollte daraufhin bis 01.09.2018 vorliegen. Wir bitten um die Einhaltung der Manuskriptrichtlinien entsprechend der Chicago Manual of Style-Richtlinien, Autor-Jahr Format. Anschließend an die Einreichung Ihres Manuskripts startet das Begutachtungsverfahren (peer review).

Das Heft wird in der ersten Jahreshälfte 2019 online im Open Access im Psychosozial‐Verlag erscheinen. Eine Print‐on‐Demand‐Version erscheint zusätzlich.

Foto WSI MitteilungenDie WSI-Mitteilungen www.wsi-mitteilungen.de sind eine referierte wissenschaftliche Zeitschrift mit politikund praxisorientierter Ausrichtung im Themenspektrum „Arbeit-Wirtschaft-Soziales“. Für 2018 loben wir einen AutorInnenwettbewerb unter WissenschaftlerInnen in der Qualifikationsphase aus. Zur Publikation ausgewählte Einreichungen werden in den WSI-Mitteilungen veröffentlicht. Die besten drei Beiträge werden außerdem mit einem Preisgeld/AutorInnenhonorar in Höhe von 750.-/500.-/250.- Euro ausgezeichnet.

Einreichungen (inkl. einem kurzen CV) bis zum 30.04.2018 per Email an die Redaktion: Dr. Gudrun Linne WSI-Mitteilungen Redaktionsleitung e-mail: gudrun-linne@boeckler.de

Manuskripteinreichungen sollten sich beziehen auf den Themenkomplex: Unsichere Zeiten? – Rückgewinnung sozialer Sicherheit und politischer Handlungsfähigkeit

Die Finanz- und Wirtschaftskrise 2008ff. hat nicht nur massive ökonomische Folgen gehabt, sondern vor allem zahlreiche politische und soziale Verwerfungen hinterlassen. Das Vertrauen in Politik ist für viele ausgehöhlt. Steigende Qualifikationsanforderungen in der Arbeitswelt sowie unüberschaubare technologische Entwicklungen (Digitalisierung) schaffen ein Gefühl von Überforderung; die Zunahme diskontinuierlicher Erwerbsbiografien und instabiler Beschäftigungsverhältnisse – bei gleichzeitig sinkenden Leistungsversprechen in den sozialen Sicherungssystemen – schmälern die Hoffnungen auf Statuserhalt und münden allzu oft ein in Abstiegsängste. Zugleich wandeln und modernisieren sich Gesellschaften von innen wie von außen: u.a. durch den Wandel der Geschlechterverhältnisse, die zunehmende Anerkennung heterogener Lebensstile oder auch durch Zuwanderung. Gesellschaftlicher Wandel wirft jedoch auch neue Probleme auf oder lässt schon vorher bestehende deutlicher hervortreten: so beispielsweise die derzeit nur bedingt mögliche Vereinbarkeit von Erwerbs- und Fürsorgearbeit und die daraus resultierenden Folgen, die ungleiche Anerkennung beider Tätigkeitsfelder oder – mit Blick auf das Stichwort Zuwanderung – die eher experimentellen statt konzeptionellen Ansätze zur Gestaltung von Migration. Zusätzliche Verunsicherungen schaffen die aktuellen welt- und europapolitischen Rahmenbedingungen: Die Eurokrise und auf sie folgende Austeritätspolitiken haben langfristige ökonomische, politische und soziale Folgen insb. in den europäischen Südstaaten hinterlassen, das Projekt eines vereinigten Europas wird durch EU-skeptische Stimmungen und Risse innerhalb der EU überlagert, humanitäre Katastrophen führen zu verstärkter Zuwanderung nach Europa. Das alles sind Entwicklungen, die durch populistische Strömungen aufgegriffen, in nationalistische Abschottungen umgemünzt und zum Nährboden von Fremdenfeindlichkeit sowie Demokratie verachtenden bis hin zu faschistischen Gesinnungen (bis in die Parlamente hinein) werden.

Call als pdf

Quarterly Logo

Momentum Quarterly ist eine vierteljährlich erscheinende, referierte Zeitschrift, die sich Fragen des sozialen Fortschritts auf interdisziplinärer Basis widmet. Untenstehend finden Sie die aktuelle Ausgabe von Momentum Quarterly. Alle hier vorgestellten Artikel werden Open-Access, d.h. frei zugänglich im Internet, veröffentlicht. Weitere Informationen zu diesem Projekt finden Sie unter www.momentum-quarterly.org. Wir freuen uns stets über neu eingereichte Beiträge und Kommentare zu bestehenden Beiträgen. Sie erreichen uns unter editors@momentum-quarterly.org.

Stefan Schiman

Abstract:

Die Finanzmarktreformen nach der Depression in den 1930er-Jahren und die Neuordnung des internationalen Finanzsystems in Bretton Woods 1944 bildeten die Grundlage für eine marktwirtschaftliche Ordnung mit stark regulierten Finanzmärkten, die sich im Westen nach dem Zweiten Weltkrieg etablierte. Die Instabilität des Wechselkursregimes aufgrund der asymmetrischen Rolle des Dollars bewirkte den Zusammenbruch dieses Ordnungsrahmens. Starken Wechselkursschwankungen folgten Erdölpreisschocks, die eine Hochzinspolitik auslösten, welche die Regulierung der Finanzmärkte in den USA untergrub. Die durch die Erdölkrise beschädigte nachfrageorientierte Wirtschaftspolitik wurde zudem von einer neoliberalen Doktrin abgelöst, die den Deregulierungsprozess theoretisch fundierte. Der mit dessen kompetitivem Charakter einhergehende Druck auf geschützte Finanzdienstleistungen und auf deren Profitabilität erzeugte eine Welle an Zusammenschlüssen in der Finanzwirtschaft und ermöglichte den dadurch entstandenen Finanzkonglomeraten immer riskantere Geschäfte, die mit dem Einlagen- und Kreditgeschäft eng verzahnt waren. Diese Gemengelage, die an die Ursprünge der Finanzmarktkrise 1929 erinnert, entzündete sich schließlich am Immobilienpreisboom in den USA und mündete in die Finanzmarktkrise 2007/08.

 

Schlagworte:Finanzmarktkrise; Finanzmarktderegulierung; Zinssatzdeckelung; Trennbankensystem; Financial Repression

 

Benjamin Ferschli

Abstract:

Die vorliegende Arbeit stellt eine theoretische wie empirische Anlalyse der „selbtorganisierenden“ Firma, basierend auf der Marx’schen Analyse des Arbeitsprozesses dar. „Selbst-Organisation“ ist in diesem Zusammenhang als die Aufgabe der geschäftsführerisch-hierarchischen Organisation des Arbeitsprozesses zu verstehen. Auf Basis theoretischer Anhaltspunkte aus der Institutionellen Ökonomik, Arbeitsprozesstheorie sowie Konzepten der generellen Arbeits- und Industriesoziologie, wird aus Interviews und einer Fallstudie gewonnenes Datenmaterial analysiert. Eine „Kontrollthese“, abgeleitet aus der Marx’schen Analyse des Arbeitsvertrages, kann dabei nicht falsifziert werden. Abschließend werden Überlegungen zur weiteren Entwicklung des Forschungsgebiets sowie Anmerkungen zu Konsequenzen für Arbeiter_Innenvertretungen und Gewerkschaften diskutiert.

 

Schlagworte: Arbeitsprozess; Selbstorganisation; Theorie der Firma
Michael Brandmayr

Abstract:

Der Beitrag beschreibt einige zentrale Überlegungen, unter welchen Voraussetzungen schulische Praktiken als Ideologien beschrieben werden können und in welchem Maße die Schule an der ideologischen Reproduktion der Gesellschaft beteiligt ist. Der Beitrag entwirft vier Thesen über die Wirkungsweise von Ideologie in der Schule, die sich der Frage einer ökonomischen Funktionalisierung von Lernen, des Sozialen bzw. der Sozialität in Formen der Subjektivierung sowie der Dialektik des Prozesses der ideologischen Vermittlung widmen. Diese Thesen werden auf Basis einer diskursanalytischen Untersuchung eines schulpädagogischen Leitbildes von idealem Lernen im österreichischen Schulsystem (Brandmayr 2017) entwickelt, deren Ergebnisse nach einer Diskussion des Ideologiebegriffs dargestellt werden. Ideologie wird in diesem Beitrag als wesentlich durch Praktiken vermittelt begriffen, in der Schule besonders durch die Praktik des Lernens. Diese Praktiken strukturieren Wahrnehmungs- und Interpretationsweisen und leiten Subjektivierungsvorgänge an. Über die Analyse des Lernens kann also gefragt werden, wie die Schule zur Vermittlung von Ideologien und damit zur Reproduktion der Gesellschaft beiträgt.
Schlagworte: Diskurs um Schule; Lernen; Ideologie; Reproduktion; Subjektivierung
Kerstin Plank

Abstract:

Dieses Paper behandelt Aspekte des modernen Konzeptes „Philanthrokapitalismus“. Der Fokus liegt dabei auf dem karitativen Engagement nordamerikanischer Milliardäre und den Strategien, durch die diese mithilfe von Stiftungen Macht ausüben können. Der erste Abschnitt beschäftigt sich mit dem derzeitigen Aufstieg des Philanthrokapitalismus. Der zweite Teil zeigt auf, wie Wohltäter und Wohltäterinnen ihre persönlichen und beruflichen Interessen fördern können.

Schlagworte: Philanthropie; Philanthrokapitalismus; Hegemonie; Gates

Call für Papers zur Tagung 

Der (wirtschafts-)politische Einfluss des Ordoliberalismus. Denkformen und Netzwerke

Montag, 9.10. (ab 14h) und Dienstag, 10.10. (9- 18h)

Akademie für Politische Bildung, Buchensee 1, 82327 Tutzing

Wissenschaftliche Leitung: Prof. Dr. Walter Ötsch, Cusanus Hochschule

 

Thematik der Tagung

Die Tagung widmet sich der Theorie- und der Wirkungsgeschichte des deutschen Ordoliberalismus. Die Geschichte und die Bedeutung des Ordoliberalismus für die Politik, insbesondere die Wirtschaftspolitik (West-)Deutschlands wurden und werden gerade im Zuge der deutschen und europäischen Krisenpolitik bekanntlich sehr unterschiedlich interpretiert. Bei der Tagung betrachten wir den Ordoliberalismus als Denkkollektiv im Sinn von Ludwig Fleck (1935/1980).

Ein Denkkollektiv hat zwei Seiten: eine kognitive und eine soziale. Dementsprechend fragen wir:

 

  • Welche Denkformen zeichnen den Ordoliberalismus aus?
  • In welchen Netzwerken und mittels welcher Netzwerke übten ordoliberale Ökonominnen und Ökonomen politischen und wirtschaftspolitischen Einfluss in (West-)Deutschland aus?
  • Kann man für (West-) Deutschland für welche geschichtlichen Phasen von einer ordoliberalen (Wirtschafts-)Politik sprechen?

 

Dabei geht es um folgende Fragen:

Denkformen des Ordoliberalismus?

 

  • Was zeichnet den Ordoliberalismus als ökonomische Theorie aus, was als politisch einflussreiche Strömung?
  • Besteht der Ordoliberalismus aus mehreren Schulen oder handelt es sich um eine einzelne? Was sind deren zentralen Gemeinsamkeiten?
  • In welcher Stellung steht der Ordoliberalismus zur Österreichischen Schule und zu Ansätzen, die nach 1945 in der Chicagoer-Schule entwickelt worden sind, vor allem dem Monetarismus oder mikroökonomischen (bzw. neoklassischen) Ansätzen?
  • Was ist das Liberale am Ordoliberalismus? Welche Zusammenhänge gibt es zum „Chicagoer-Liberalismus“ oder zu anderen liberalen und „neoliberalen“ Strömungen?

 

Netzwerke des Ordoliberalismus?

 

  • In welcher Weise war der Ordoliberalismus politisch und wirtschaftspolitisch erfolgreich?
  • War er nur in einer begrenzten Zeitdauer einflussreich? In welcher Form gibt oder gab es eine „Wiederkehr“ des Ordoliberalismus?
  • Wie müsste man den Ordoliberalismus wissenschaftssoziologisch beschreiben?
  • Mit welchen gesellschaftlichen und politischen Kräften war oder ist der Ordoliberalismus in (West-)Deutschland verbunden? Können einzelne Wirkungskanäle im Detail beschrieben werden?
  • Welche Bedeutung für die Wirkungsgeschichte des Ordoliberalismus besitzen die Netzwerke um das Walter Lippmann Colloque und die Mont Pèllerin Society?
  •  Welchen Beitrag leisteten Ordoliberale zur Verdrängung des Keynesianismus?
  • Welchen Einfluss besitzt der Ordoliberalismus heute? Inwiefern steht der „deutsche Sonderweg“ in der Wirtschaftspolitik damit in Beziehung?

 

Hintergrund: Studien zur Geschichte der deutschen Ökonomik

 

Der Hintergrund der Tagung stellt ein Projekt dar, das von der Hans-Böckler-Stiftung finanziert worden ist (Projektlaufzeit war 2012-2014). Dabei wurde das Feld der Ökonomik in (West-) Deutschland seit dem Zweiten Weltkrieg als soziales Feld analysiert. Das Projekt war in zwei Teile untergliedert:

  • Teil 1 wurde von Arne Heise (Universität Hamburg) mit MitarbeiterInnen erstellt, es ging um eine Geschichte der „heterodoxen“ Ökonomik. Dieser Teil wurde bereits im Vorjahr publiziert: Heise, Arne; Sander, Henrike und Thieme, Sebastian (2016): Das Ende der Heterodoxie?: Die Entwicklung der Wirtschaftswissenschaften in Deutschland, Springer VS
  • Im zweiten Teil ging es um eine facettenreiche Wirkungsgeschichte der deutschen Ökonomik. Dazu wurde eine Datenbank zu allen in Deutschland bzw. Westdeutschland an Universitäten wirkenden ÖkonomInnen aufgebaut, in welcher Informationen zur akademischen Laufbahn mit Daten zu Aktivitäten in der wirtschaftspolitischen Beratung sowie politischen Ämtern verbunden wurden. (Das Sample umfasst 782 ÖkonomInnen, die in der Zeitspanne 1954 bis 1994 eine Professur an einer deutschen Universität hatten).

 

Der empirische Befund aus dem 2. Teil zeigte einen nachhaltigen Einfluss von ordoliberalen ProfessorInnen und von Institutionen, die von Ordoliberalen aufgebaut worden sind. Dieser Befund wurde nach folgender These interpretiert: Der Ordoliberalismus stellt einen Teil des  „marktfundamentalen“ Denkkollektivs (in der Bedeutung von Ludwik Fleck, vgl. auch Mirowski 2013) dar. Es beinhaltet ­ gemeinsam mit anderen Teilgruppen des Kollektivs – den Kollektivgedanken „des Marktes“ (in der Einzahl und in spezifischen Bedeutungen). Dieses Denkkollektiv hat den Keynesianismus zu einer „heterodoxen Ökonomik“ werden lassen und ist in seinen Netzwerken bis heute immer noch – insbesondere politisch und gesellschaftlich – einflussreich. Sein Einfluss kann insbesondere in „Wendezeiten“ der Wirtschaftspolitik gezeigt werden, wie im Übergang von den Regierungen  Schmidt zu Kohl, von Kohl zu Schröder oder den wirtschaftspolitischen Reaktionen in Deutschland nach der Großen Krise ab 2008.

Dieser Teil wird publiziert als: Ötsch, Walter; Pühringer, Stephan und Hirte, Katrin (2017): Netzwerke „des Marktes“. Ordoliberalismus als Politische Ökonomie und wird in Kürze bei Springer VS erscheinen.

Ergebnisse aus dieser Publikation sollen bei der Tagung vorgestellt und gemeinsam mit den anderen Vortragenden diskutiert werden.

Literatur

Fleck, Ludwik (1935/1980): Entstehung und Entwicklung einer wissenschaftlichen Tatsache. Suhrkamp, Frankfurt am Main.

Mirowski, Philip (2013): Never Let a Serious Crisis Go to Waste: How Neoliberalism Survived the Financial Meltdown. Verso, London / New York.

Call for Papers

Referatsangebote an Walter Ötsch, Institut für Ökonomie, Cusanus-Hochschule, Bernkastel-Kues:

walter.oetsch@cusanus-hochschule.de

 

Mit lieben Grüßen Walter Otto Ötsch (www.walteroetsch.at) Professur für Ökonomie und Kulturgeschichte Institut für Ökonomie Cusanus Hochschule (www.cusanus-hochschule.de) Postadresse: Postfach 11 46, D-54461 Bernkastel-Kues

Moving the SocialMoving the Social is happy to announce launch in print and online of our latest issue, Moving the Social 57 (2017): Transnational Humatarian Action: Atlantic and Global Voluntary Activities from Abolitionism to the NGO’s 1800-2000.

Our latest issue comprises the following contributions:

– Enrico Dal Lago and Kevin OëSullivan: Introduction: Toward a New History of Humanitarianism, pp. 5-20.
– Stacey M. Robertson: Marketing Social Justice: Lessons from our Abolitionist Predecessors, pp. 21-36.
– Kimberly A. Lowe: The League of Red Cross Societies and International Committee of the Red Cross: a Re-Evaluation of American Influence in Interwar Internationalism, pp. 37-56.
– Julia F. Irwin: Connected by Calamity: The United States, the League of Red Cross Societies, and Transnational Disaster Assistance after the First World War, pp. 57-76.
– Jo Laycock: Saving the Remnant or Building Socialism?, pp. 77-96.
– Rob Skinner: ìEvery Bite Buys a Bulletî: Sanctions, Boycotts and Solidarity in Transnational Anti-Apartheid Activism, pp. 97-113.
– Chris Moores: Solidarity for Chile, Transnational Activism and the Evolution of Human Rights, pp. 115-135.
– Jeffrey Flynn: Philosophers, Historians, and Suffering Strangers, pp. 137-157.
– Enrico Dal Lago and Kevin OëSullivan: Review Article: Prosopographies, Transnational Lives, and Multiple Identities in Global Humanitarianism, pp. 159-174.
As an international, peer-reviewed journal focussing on social movements and transformations in societies world-wide and throughout history, Moving the Social welcomes manuscripts any time.
If you would like to submit a paper for consideration, you may find some core guidelines here.

Please feel free to contact the editorial office at mts@rub.de with any questions.

Textilgeschichte EinladungDie Textilindustrie prägte im 19. Jahrhundert maßgeblich die industrielle und kapitalistische Entwicklung in Europa. Millionen Menschen gab sie – oft unter erbärmlichen Bedingungen – Arbeit. Auf den Baumwollplantagen in den USA und den Kolonien sahen die Arbeitsverhältnisse nicht besser aus. Doch die europäischen Zentren der Textilproduktion verloren im 20. Jahrhundert ihre Bedeutung. Stattdessen produzieren in Süd- und Südostasien heute Millionen Menschen in Sweatshops. Fast Fashion sowie neue Materialien und Verschiebungen entlang der Wertschöpfungsketten dominieren heute das Geschehen.

Wir wollen diskutieren, welche Veränderungen wir bereits erlebt haben und welche kommen werden. Welche Rolle spielten und spielen die Automatisierung, gestiegene Produktivität und die Frage der Arbeitskräfterekrutierung in Verlagerungsprozessen? Wie ist das Wechselverhältnis

zwischen der Entwicklung des Kapitalismus und der Textilindustrie über die Zeit zu bewerten? Wie stellt sich heute angesichts eines globalen Marktes die Gegenwart und Zukunft der deutschen Textilindustrie dar?

Sven Beckert, der renommierte Forscher zur Geschichte der Textilindustrie aus Harvard und Autor des Werks „King Cotton“, der Vorsitzende der IG Metall Jörg Hofmann und die Linzer Wirtschaftswissenschaftlerin Elke Schüssler beleuchten Kontinuität und Wandel der Textilindustrie, in der heute in Deutschland rund 130.000 Menschen und weltweit mehr als sechzig Millionen Menschen arbeiten.

17. Juli, Alte Jakobstraße 149, 10969 Berlin

ReferentInnen:

Prof. Dr. Sven Beckert, Harvard University. Autor des Buches: King Cotton. Eine Globalgeschichte des Kapitalismus, München 2014.

Jörg Hofmann, Erster Vorsitzender der Industriegewerkschaft Metall, die die Belange der Textil- und Bekleidungsindustrie vertritt.

Prof. Dr. Elke Schüssler, Johannes-Kepler-Universität Linz, Österreich. Projektkoordinatorin des Projekts Changes in the Governance of Garment Global Production Networks.

Moderation: Dr. Christian Kellermann, GeschaÅNftsführer IGZA

Der Maria-Weber-Grant dient der Förderung herausragender Nachwuchswissenschaftler in der Postdoc-Phase.

Zielgruppe sind herausragende Wissenschaftler aus allen Fachgebieten an deren Verbleib in der Wissenschaft die Hans-Böckler-Stiftung sowohl aus forschungs- als auch aus hochschulpolitischer Perspektive ein besonderes Interesse hat. Die Bewerber können für bis zu 12 Monate eine Vertretung beantragen, die Teile der Aufgaben in der Lehre übernimmt, um sich so Freiräume zur Durchführung ihrer Forschung zu verschaffen. Es werden Mittel zur Bezahlung der Teilvertretung von pauschal 20.000€ pro Semester gewährt. Ausschreibung als pdf.

 

Maria Weber war eine deutsche Gewerkschafterin, die sich stark für Bildungsgerechtigkeit engagiert hat und von 1972 bis 1982 stellvertretende Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes war.

MPRThe International Max Planck Research School on the Social and Political Constitution of the Economy (IMPRS-SPCE) invites excellent candidates to apply for its doctoral program. The graduate school features a unique curriculum of core courses, research methods, electives, and summer school sessions. The positions begin on October 1, 2017. They will be awarded for 15 months with an option for an additional 27 months.

Call als PDF Dokument

The doctoral projects, to be supervised by Prof. Sigrid Quack (University of Duisburg-Essen), are to examine trajectories of transnational governance and institution-building in specific policy fields. Topics of potential interest include the constitution of epistemic and governance authority, polycentricity and regime complexity, the role of social movements and NGOs in transnational governance, and struggles over accountability and legitimacy in transnational institution building. Policy fields of particular interest are the governance of cross-border labour markets, regulation of the digital public sphere, intellectual property rights, international migration, and climate change.

The deadline for applications is May 19, 2017.

The Res PublicaTHE ‚RES PUBLICA‘ organisiert vom Fachbereich Finanzwissenschaft und Infrastrukturpolitik der Technischen Universität Wien findet von 8.-9. Juni 2017 an der TU Wien statt. Im Rahmen der Tagung findet euch eine Buchpräsentation „Public or Private Goods? Redefining Res Publica“ ed. B. Unger, D. v.d. Linde, M. Getzner Cheltenham, Edward Elgar, 2017 und die Präsentation des „Egon Matzner Prize of Socio-Economics 2017“ statt. [Einladung als pdf]

Für mehr Informationen und die Anmeldung (bis 1. Juni): michael.getzner@tuwien.ac.at

„1. What is public and why should something be in public responsibility? Which criteria, and theoretical and empirical arguments are relevant to determine whether the provision, and financing of a good is a public or private responsibility, or a mixture of both?

2. Who determines what is public and what is private? Which actors do what? And why are they doing this? How is the public intervention justified? How can one decide whether there is a role for public intervention, and given there is a role for public intervention, who intervenes and how?“

AK WissenschaftspreisDie Kammer für Arbeiter und Angestellte für Oberösterreich schreibt zum 34. Mal den AK-Wissenschaftspreis für 2016 bzw. 2017 fertig gestellte wissenschaftliche Arbeiten, die der Verbesserung der Arbeits- und Lebensbedingungen der Arbeitnehmer/-innen dienen, aus. Das Preisgeld beträgt insgesamt € 9.000,– und wird auf drei Preisträger/-innen aufgeteilt. Über die Vergabe und die Höhe des jeweiligen Preisgeldes entscheidet die Jury. Bewerbungsfrist ist der 30. Juni 2017 Das diesjährige Thema lautet:

„Arbeit 4.0“ [Call als pdf]

„Arbeit 4.0“ wird vor allem durch Automatisierung, Digitalisierung und damit auch neuen Arbeitsformen wie etwa Crowd- oder Click-Working geprägt. Diese Veränderungen bergen Chancen und Risiken, vor allem aber werden die Arbeitsformen und die Arbeitsbeziehungen stark verändert. Welche Chancen genutzt werden können und welche Risiken man vermeiden kann, wird maßgeblich von der Gestaltung der Arbeit in Zukunft abhängen. Mitbestimmungsmöglichkeiten, um eine humane Gestaltung von Arbeit zu erlauben, werden daher von der AK gefordert. Das Thema „Arbeit 4.0“ eröffnet eine Bandbreite von Fragen, die im Rahmen wissenschaftlicher Arbeiten behandelt werden können:

  • Digitalisierung bringt radikale Veränderungen mit sich. Was sind Auswirkungen der Digitalisierung und zu welchen Veränderungen kommt es in einzelnen Branchen sowie bei Berufsbildern bzw. Tätigkeitsfeldern? Welche gesamtwirtschaftlichen Beschäftigungseffekte sind zu erwarten?
  • Wenige beherrschen den digitalen Markt. Dominierende Big Player betreiben die gewinnorientierte Vermittlung prekärer Arbeit auf Plattformen. Wie kann der Gefahr massiver Monopolisierung durch Regulierung begegnet werden?
  • Der Arbeitsdruck in den Betrieben nimmt zu. Es zeichnet sich eine Zunahme insbesondere der psychischen Belastungen ab. Wie können Arbeitsbedingungen im Sinne einer Humanisierung der Arbeit so gestaltet werden, dass sie den Menschen Einkommen, Sicherheit und eine gute Vereinbarkeit von Familie und Freizeit ermöglichen?
  • Durch die zunehmende Digitalisierung eröffnen sich gefühlte Freiheiten für Arbeitnehmer/-innen (z.B. flexible Zeiteinteilung, ortsunabhängiges Arbeiten, schnelle Kommunikationsmöglichkeiten). Zugleich ergibt sich hier ein Spannungsfeld, da diese gefühlte Freiheit mit verstärkten Möglichkeiten der Kontrolle und Überwachung einhergeht.
  • Inwieweit Chancen für Veränderungen genutzt werden können, hängt maßgeblich von den Mitbestimmungsmöglichkeiten bei der Gestaltung der Arbeit ab. Muss die Rolle von Interessenvertretungen der Arbeitnehmer/ -innen neu geschrieben werden, wenn die Beschäftigungsverhältnisse volatiler sind?
  • Moderne Arbeitsformen wie Crowd-Working führen oft zu einer Umgehung des Arbeitsrechts. Was sind Gegenstrategien dazu? Wo ergeben sich neue rechtliche Fragen oder Lücken? Es stellt sich die Frage nach neuem ArbeitnehmerInnenschutz bzw. nach neuem Arbeitsrecht.
  • Welche Rolle spielt Digitalisierung für den Zugang zur Bildung? Ermöglicht diese einen demokratischeren, gerechten Zugang? Wie ändern sich Hürden in der Bildung? Ergeben sich hier Spannungsfelder (z.B. Notwendigkeit nach andauerndem Update)? Wie müssen sich Bildungseinrichtungen auf die Veränderung des Lernens und Lebens durch Digitalisierung einstellen?
  • Die durch Menschen und Maschinen im Internet hinterlassenen Spuren stellen inzwischen gigantische Mengen digitaler Informationen dar. Internationale Konzerne haben die Verfügungsmacht über diese komplexe, sich ständig ändernde Datenflut. Welche gesellschaftlichen und gesellschaftspolitischen Konsequenzen lassen sich aus diesem Problemfeld ableiten?
  • In der digitalisierten, globalen Arbeitswelt kommt den Konsumenten/-innen eine wichtige Rolle zu. Wie können sie dazu beitragen, gute Arbeit, gute soziale Absicherung als selbständigen Wert von Gütern und Dienstleistungen zu sichern. Braucht es neue rechtliche Regelungen, braucht es einen Konsumentenschutz 4.0?