Foto Kapp Forschungspreis Der Kapp-Forschungspreis für Ökologische Ökonomie richtet sich an junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler im deutschsprachigen Raum und soll Studien zur Ökologischen Ökonomie fördern. Für die Ausschreibung 2018 lautet die übergeordnete Themenstellung erneut:

„Wirtschaft ohne Wachstum“

Von Interesse sind wissenschaftliche Beiträge, die sich den Wachstumsursachen und -zwängen moderner Ökonomien, der (Un-) Vereinbarkeit wirtschaftlichen Wachstums mit nachhaltiger Entwicklung sowie den Merkmalen und möglichen Funktionsweisen einer
Wirtschaft ohne Wachstum widmen. Berücksichtigt werden folgende Kategorien von Arbeiten:

  1. Dissertationen und Habilitationsschriften.
  2. Diplom- und Masterarbeiten (keine Bachelorarbeiten).

Die Veränderungen, die für eine Wirtschaft ohne Wachstum erforderlich sind, können kaum aus einer rein wirtschaftswissenschaftlichen Perspektive allein begründet werden; deshalb sind inter- und transdisziplinär angelegte Arbeiten (in deutscher oder englischer Sprache) bei diesem Thema besonders naheliegend.

Das Preisgeld wird auf maximal zwei Preisträger/innen verteilt und beträgt insgesamt

5.000 Euro

Interessierte erhalten die Bewerbungsunterlagen über die Geschäftsstelle des Kapp-Forschungspreises (Adresse siehe hier). Die
Bewerbungsfrist endet mit dem 1. März 2018

Logo TUM Fachtagung und wissenschaftliches Vernetzungstreffen der Diversity-Forschenden aus Deutschland, Österreich und der Schweiz am 13. und 14. September 2018 sowie Diversity-Forschungswerkstatt für Promovierende am 12. September 2018 an der Technischen Universität München

Die Tagung der Diversity-Forschenden aus dem deutschsprachigen Raum lädt unter folgendem Rahmenthema herzlich zur Beitragseinreichung ein: Diversitätsforschung: Von der Rekonstruktion zur Disruption?

Call for Papers als pdf 

Einreichungsrichtlinien Folgende Formate zur Beitragseinreichung sind vorgesehen:

  • Vorträge: Hierfür sind Abstracts (max. 300 Wörter) einzureichen.
  • Workshops: Im Abstract (max. 300 Wörter) sollen das Ziel und das didaktische Vorgehen erläutert werden.
  • Paper Development Workshop: Eingereicht werden können fortgeschrittene Manuskripte (max. 8.000 Wörter). Diese Manuskripte werden von den Teilnehmenden im Workshop kommentiert. Ziel ist, dass Verfasser_innen Feedback erhalten, um das eigene Manuskript weiterzuentwickeln.
  • Posterpräsentationen: Teilnehmende der moderierten Poster-Session erhalten die Gelegenheit zur Präsentation laufender Forschungsprojekte. Dafür wird eine max. einseitige Skizze des Projektvorhabens eingereicht.
  • Promovierenden-Forschungswerkstatt: Bis zu 10 Promovierende diskutieren eigene laufende Dissertationsvorhaben. Für die Bewerbung reichen Sie ein Abstract (max. 300 Wörter) ein. Bei Annahme des Abstracts werden die Promovierenden aufgefordert ein Exposé (ca. 8 Seiten) einzureichen

Einreichungen zu allen Formaten bis zum 30. April 2018 auf der Homepage. Die Entscheidung über die Annahme des Abstracts/der Skizze für das Netzwerktreffen erfolgt bis Anfang Juni 2018. Angenommene Doktorand_innen sollen bis zum 1. August 2018 ein Exposé einreichen.

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Momentum Quarterly ist eine vierteljährlich erscheinende, referierte Zeitschrift, die sich Fragen des sozialen Fortschritts auf interdisziplinärer Basis widmet. Untenstehend finden Sie die aktuelle Ausgabe von Momentum Quarterly. Alle hier vorgestellten Artikel werden Open-Access, d.h. frei zugänglich im Internet, veröffentlicht. Weitere Informationen zu diesem Projekt finden Sie unter www.momentum-quarterly.org. Wir freuen uns stets über neu eingereichte Beiträge und Kommentare zu bestehenden Beiträgen. Sie erreichen uns unter editors@momentum-quarterly.org.

 

Lukas Lehner

Abstract:

Der dominierende Trend der Liberalisierung, Deregulierung und Privatisierung wurde seit der Wirtschaftskrise 2008 verschärft. Unter dem Paradigma der Wettbewerbsfähigkeit bestand ein grundsätzliches Paradigma in der Implementierung von „Strukturreformen“, um neo-korporatistische Praktiken mit Marktkoordination zu ersetzen. Dennoch erfuhren Österreichs Institutionen für strategische Koordination seit 2008 eine Stärkung, was den EU-weiten Trend der Liberalisierung kontrastiert. Um dieses Puzzle zu erklären wurden die Erwerbsbiographien von Regierungsmitgliedern seit 1983 analysiert, sieben Eliteinterviews durchgeführt und offizielle Regierungsdokumente ausgewertet. Unter der Verbändelogik machten Sozialpartner aktiven Gebrauch des Drehtüreffekts und platzierten Mitarbeiter zur Verflechtung in Regierungspositionen um politischen Einfluss auszuweiten. Für diesen „power-policy exchange“ haben Sozialpartner politische Kompromisse der Regierung verteidigt und die geschwächte Parteiführung von Sozialdemokraten (SPÖ) und Konservativen (ÖVP) unterstützt. Solch eine taktische Allianz ist fragil, da sie von den Interessenskonstellationen der involvierten Akteure abhängt, zeigt aber den verbleibenden Handlungsspielraum nationaler Politik in einem Zeitalter von erhöhten Liberalisierungsdruck durch Globalisierung und EU-Integration.

Schlagworte: Korporatismus; Sozialpartnerschaft; akteurzentriert, Varieties of Capitalism; Laufbahnen der Liberalisierung; power-policy exchange; Verbändelogik; Verflechtung; Drehtüreffekt; Österreich

Stefan Oppl

Abstract:

Die Entwicklung von Fähigkeiten im Bereich wissenschaftlicher Arbeitstechniken ist ein wesentlicher Bestandteil akademischer Bildung. Offene, arbeits-orientiere Lernansätze können die Entwicklung von Autonomie und Kreativität der Studierenden in der Durchführung von Forschungsaufgaben fördern. Diese Arbeit führt ein Kursdesign ein, das auf dem Konzept der Arbeitspädagogik aufbaut und Techniken der Freinet-Pädagogik einsetzt. Der Artikel legt den Stand der Forschung zum Einsatz von Freinet-Pädagogik in der akademischen Lehre dar und stellt ein Kurs-Design zur Einführung wissenschaftlicher Arbeitstechniken vor. Die Umsetzung wurde über 3 Action-Research-Zyklen in einem Curriculum der Wirtschaftsinformatik begleitet. Der Artikel fasst die gewonnenen Erfahrungen und die Evolution des Konzepts zusammen. Die Resultate zeigen, dass der Einsatz von Freinet-Prinzipien in der akademischen Lehre möglich ist, die Eigenschaften aktueller Curricula hinsichtlich hoher Arbeitslast und geringer Flexibilität aber berücksichtigt werden müssen. Diese Ergebnisse bilden die Grundlage für eine Diskussion der Implikationen für die Konzeption von Curricula und hochschulpolitischer Maßnahmen im Allgemeinen.

Schlagworte: Autonomie von Studierenden; Entwicklung von Fähigkeiten in wissenschaftlichen Arbeitstechniken; Reformpädagogik
Lukas Bäuerle

Abstract:

Die Feststellung eines umfassenden Einflusses der modernen Volkswirtschaftslehre auf andere Wissenschaften, auf Gesellschaft und Politik ist mittlerweile zu einem Allgemeinplatz geworden. Im folgenden Aufsatz möchte ich zu einer weitreichenden Kenntnis dieses Einflusses beitragen, indem ich das disziplinäre Selbstverständnis von Ökonominnen und Ökonomen herausarbeite, wie es den wichtigsten Lehrbüchern des Faches inhärent ist. Damit möchte ich gleichsam den öffentlichen Diskurs um ihre wirkmächtige Wissenschaft bestärken. Anhand von Thomas S. Kuhns Konzept der Lehrbuchwissenschaft soll zunächst die zentrale Bedeutung des Lehrbuches für die moderne Volkswirtschaftslehre aufgezeigt werden. Sodann wird im Rückgriff auf einschlägige Lehrbuchliteratur des Faches untersucht, welche wissenschaftshistorischen, methodologischen und didaktischen Grundpositionen darin festgehalten sind und im Rahmen akademischer ökonomischer Bildung vermittelt werden.
Schlagworte: Ökonomische Lehrbuchwissenschaft; ökonomische Bildung; Volkswirtschaftslehre; Philosophie der Wirtschaftswissenschaft; ökonomischer Imperialismus
Anne Engelhardt, Madelaine Moore

Abstract:

Es gibt viele Ansätze in der kritischen politischen Ökonomie, die versuchen die (Post-) Krisenphase zu erklären, indem sie auf Top-Down Analysen der kapitalistischen Hegemonie rekurrieren. Sie ignorieren dabei oft soziale Bewegungen, die durch diese Periode entstanden. Im Gegensatz dazu analysieren Studien der Sozialen Bewegungsforschung Proteste tendenziell ohne auf Theorien, die sich mit kritischer Ökonomie und Kapital beschäftigen, zurückzugreifen, wodurch sie den Staat, Machtbeziehungen und die Bedeutung sozialer Bewegungen für die aktuelle kapitalistische Konjunktur unzureichend darstellen. Um eine Analyse zu ermöglichen, die von beiden Traditionen profitiert, wollen wir Methoden, die von zentralen Autoren der Bewegungsforschung wie Charles Tilly, Doug McAdam und Sidney Tarrow angewandt werden, mithilfe einer non-dogmatischen dialektischen Herangehensweise in eine kritische soziale Theorie fokussierend auf Klassenkämpfe, einbetten. Dadurch werden kognitive, relationale und umweltbedingte Mechanismen als kognitive, organisierende, umweltbedingte und institutionelle Dynamiken reformuliert. Mit dieser Umformulierung kann eine Fokussierung auf Prozesse und Beziehungen, anstatt von Input und Output (Erfolge/Niederlagen) erfolgen.

Schlagworte: Dialektik; Methodologie; Soziale Bewegungen; Historischer Materialismus; Kritische Politische Ökonomie

Lehrveranstaltungen zur Praxis wissenschaftlichen Arbeitens finden sich in der einen oder anderen Form in den meisten Studiengängen der Geistes- und Sozialwissenschaften: Solche Kurse befassen sich zum einen (gelegentlich auch) mit den wissenschaftsphilosophischen Grundlagen einer Disziplin und wollen zum anderen praktische Hinweise an die Hand geben, wie Literatur zu finden und zu bewerten ist, wie Texte zu verfassen, Referate zu halten und korrekte Literaturhinweise zu benennen sind. Gleichzeitig geht ein so theoretisch vermitteltes Wissen häufig an den jeweiligen Praxen des alltäglichen Wissenschaftsbetriebs vorbei. Der Prozess von der Generierung einer Forschungsidee über das Formulieren von Anträgen, der Konzeption empirischer Untersuchungen, des Verfassens und laufenden Veränderns eines Textes bis hin zur Publikation von Beiträgen in Journalen, Forschungsberichten und Monographien erscheint dabei höchst individuell und liegt zum großen Teil im Dunkeln.

Call for Papers im Journal für Psychologie

Mit dieser Ausgabe des Journal für Psychologie wollen wir uns selbst als Wissenschafter_innen befragen.

1. Wie machen wir Wissenschaft?

 *   Welche Ressourcen setzen wir wann ein?

 *   Wie und wo generieren wir unsere Ideen?

 *   Wie wichtig ist formeller und informeller Austausch?

2. Welche Rolle spielt die Lehre für die Wissenschaft?

 *   Muss Lehre unterhaltsam sein?

 *   Wer lernt von wem?

 *   Wie verstehen wir unsere Rolle als Lehrende und Lernende?

 *   Welche Rolle spielen Prüfungen, Klausuren und Examina bzw. Abschlussarbeiten für die Wissenschaft?

 *   Was ist das Verhältnis von Didaktik und Wissenschaft?

3. Welche technischen Voraussetzungen sind entscheidend?

 *   Wie nutzen wir Bibliotheken, Datenbanken, Journale, Suchmaschinen, Literaturverwaltungsprogramme, social Media, etc.?

 *   Welche Auswahlstrategien sind für uns ausschlaggebend für die Entscheidung, wo und was zu publizieren?

 *   Welche Rolle spielen quantifizierende Sichtbarkeitsindikatoren (h, impact, reads, Zitationshäufigkeit, etc.)?

 *   Welche Rolle spielt die Sichtbarkeit und Wertschätzung durch eine jeweilige „scientific community“?

 *   Wie gehen wir mit Datenverwaltung um (im Zeitalter von Clouds, Dateisharing-Programmen, Datenservern, ftp-clients, etc.)?

4. Welche Rolle spielt die ‘Disziplin’ bzw. spezifische Standards bei der Umsetzung wissenschaftlicher Projekte?

 *   Welche Bedeutung hat die Selbstzuordnung zu einer Disziplin und deren Standards für die je eigene Forschung?

 *   Wie beeinflusst die Tätigkeit als Wissenschafter_in unsere je eigene Selbsterzählung?

 *   Inwieweit betrifft uns unsere Forschung ‘persönlich’?

In diesem Sinne erbitten wir Beiträge zu den oben genannten Fragen. Speziell interessiert sind wir an autoethnografischen Beiträgen, Überlegungen zur Wissensschaffung, Wissensvermittlung und Überdidaktisierung, zu kritischen Auseinandersetzungen mit der zunehmenden Etablierung von Schreiblaboren, theoretischen Abhandlungen zur Frage von Wissenschaft und Wissensvermittlung, wie auch (kritisch orientierten) Studien zum Lehr- und Lernbetrieb.

Falls Sie sich mit einem Beitrag an diesem Heftschwerpunkt beteiligen wollen, senden Sie bitte zu unserer Orientierung bis zum 01. Februar 2018 ein Abstract an: martin.dege@fu-berlin.de und Irene.Strasser@aau.at

Sie erhalten zu Ihrem Abstract ein zeitnahes Feedback. Die Endfassung Ihres Manuskripts sollte daraufhin bis 01.09.2018 vorliegen. Wir bitten um die Einhaltung der Manuskriptrichtlinien entsprechend der Chicago Manual of Style-Richtlinien, Autor-Jahr Format. Anschließend an die Einreichung Ihres Manuskripts startet das Begutachtungsverfahren (peer review).

Das Heft wird in der ersten Jahreshälfte 2019 online im Open Access im Psychosozial‐Verlag erscheinen. Eine Print‐on‐Demand‐Version erscheint zusätzlich.

Foto WSI MitteilungenDie WSI-Mitteilungen www.wsi-mitteilungen.de sind eine referierte wissenschaftliche Zeitschrift mit politikund praxisorientierter Ausrichtung im Themenspektrum „Arbeit-Wirtschaft-Soziales“. Für 2018 loben wir einen AutorInnenwettbewerb unter WissenschaftlerInnen in der Qualifikationsphase aus. Zur Publikation ausgewählte Einreichungen werden in den WSI-Mitteilungen veröffentlicht. Die besten drei Beiträge werden außerdem mit einem Preisgeld/AutorInnenhonorar in Höhe von 750.-/500.-/250.- Euro ausgezeichnet.

Einreichungen (inkl. einem kurzen CV) bis zum 30.04.2018 per Email an die Redaktion: Dr. Gudrun Linne WSI-Mitteilungen Redaktionsleitung e-mail: gudrun-linne@boeckler.de

Manuskripteinreichungen sollten sich beziehen auf den Themenkomplex: Unsichere Zeiten? – Rückgewinnung sozialer Sicherheit und politischer Handlungsfähigkeit

Die Finanz- und Wirtschaftskrise 2008ff. hat nicht nur massive ökonomische Folgen gehabt, sondern vor allem zahlreiche politische und soziale Verwerfungen hinterlassen. Das Vertrauen in Politik ist für viele ausgehöhlt. Steigende Qualifikationsanforderungen in der Arbeitswelt sowie unüberschaubare technologische Entwicklungen (Digitalisierung) schaffen ein Gefühl von Überforderung; die Zunahme diskontinuierlicher Erwerbsbiografien und instabiler Beschäftigungsverhältnisse – bei gleichzeitig sinkenden Leistungsversprechen in den sozialen Sicherungssystemen – schmälern die Hoffnungen auf Statuserhalt und münden allzu oft ein in Abstiegsängste. Zugleich wandeln und modernisieren sich Gesellschaften von innen wie von außen: u.a. durch den Wandel der Geschlechterverhältnisse, die zunehmende Anerkennung heterogener Lebensstile oder auch durch Zuwanderung. Gesellschaftlicher Wandel wirft jedoch auch neue Probleme auf oder lässt schon vorher bestehende deutlicher hervortreten: so beispielsweise die derzeit nur bedingt mögliche Vereinbarkeit von Erwerbs- und Fürsorgearbeit und die daraus resultierenden Folgen, die ungleiche Anerkennung beider Tätigkeitsfelder oder – mit Blick auf das Stichwort Zuwanderung – die eher experimentellen statt konzeptionellen Ansätze zur Gestaltung von Migration. Zusätzliche Verunsicherungen schaffen die aktuellen welt- und europapolitischen Rahmenbedingungen: Die Eurokrise und auf sie folgende Austeritätspolitiken haben langfristige ökonomische, politische und soziale Folgen insb. in den europäischen Südstaaten hinterlassen, das Projekt eines vereinigten Europas wird durch EU-skeptische Stimmungen und Risse innerhalb der EU überlagert, humanitäre Katastrophen führen zu verstärkter Zuwanderung nach Europa. Das alles sind Entwicklungen, die durch populistische Strömungen aufgegriffen, in nationalistische Abschottungen umgemünzt und zum Nährboden von Fremdenfeindlichkeit sowie Demokratie verachtenden bis hin zu faschistischen Gesinnungen (bis in die Parlamente hinein) werden.

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Momentum Quarterly ist eine vierteljährlich erscheinende, referierte Zeitschrift, die sich Fragen des sozialen Fortschritts auf interdisziplinärer Basis widmet. Untenstehend finden Sie die aktuelle Ausgabe von Momentum Quarterly. Alle hier vorgestellten Artikel werden Open-Access, d.h. frei zugänglich im Internet, veröffentlicht. Weitere Informationen zu diesem Projekt finden Sie unter www.momentum-quarterly.org. Wir freuen uns stets über neu eingereichte Beiträge und Kommentare zu bestehenden Beiträgen. Sie erreichen uns unter editors@momentum-quarterly.org.

Stefan Schiman

Abstract:

Die Finanzmarktreformen nach der Depression in den 1930er-Jahren und die Neuordnung des internationalen Finanzsystems in Bretton Woods 1944 bildeten die Grundlage für eine marktwirtschaftliche Ordnung mit stark regulierten Finanzmärkten, die sich im Westen nach dem Zweiten Weltkrieg etablierte. Die Instabilität des Wechselkursregimes aufgrund der asymmetrischen Rolle des Dollars bewirkte den Zusammenbruch dieses Ordnungsrahmens. Starken Wechselkursschwankungen folgten Erdölpreisschocks, die eine Hochzinspolitik auslösten, welche die Regulierung der Finanzmärkte in den USA untergrub. Die durch die Erdölkrise beschädigte nachfrageorientierte Wirtschaftspolitik wurde zudem von einer neoliberalen Doktrin abgelöst, die den Deregulierungsprozess theoretisch fundierte. Der mit dessen kompetitivem Charakter einhergehende Druck auf geschützte Finanzdienstleistungen und auf deren Profitabilität erzeugte eine Welle an Zusammenschlüssen in der Finanzwirtschaft und ermöglichte den dadurch entstandenen Finanzkonglomeraten immer riskantere Geschäfte, die mit dem Einlagen- und Kreditgeschäft eng verzahnt waren. Diese Gemengelage, die an die Ursprünge der Finanzmarktkrise 1929 erinnert, entzündete sich schließlich am Immobilienpreisboom in den USA und mündete in die Finanzmarktkrise 2007/08.

 

Schlagworte:Finanzmarktkrise; Finanzmarktderegulierung; Zinssatzdeckelung; Trennbankensystem; Financial Repression

 

Benjamin Ferschli

Abstract:

Die vorliegende Arbeit stellt eine theoretische wie empirische Anlalyse der „selbtorganisierenden“ Firma, basierend auf der Marx’schen Analyse des Arbeitsprozesses dar. „Selbst-Organisation“ ist in diesem Zusammenhang als die Aufgabe der geschäftsführerisch-hierarchischen Organisation des Arbeitsprozesses zu verstehen. Auf Basis theoretischer Anhaltspunkte aus der Institutionellen Ökonomik, Arbeitsprozesstheorie sowie Konzepten der generellen Arbeits- und Industriesoziologie, wird aus Interviews und einer Fallstudie gewonnenes Datenmaterial analysiert. Eine „Kontrollthese“, abgeleitet aus der Marx’schen Analyse des Arbeitsvertrages, kann dabei nicht falsifziert werden. Abschließend werden Überlegungen zur weiteren Entwicklung des Forschungsgebiets sowie Anmerkungen zu Konsequenzen für Arbeiter_Innenvertretungen und Gewerkschaften diskutiert.

 

Schlagworte: Arbeitsprozess; Selbstorganisation; Theorie der Firma
Michael Brandmayr

Abstract:

Der Beitrag beschreibt einige zentrale Überlegungen, unter welchen Voraussetzungen schulische Praktiken als Ideologien beschrieben werden können und in welchem Maße die Schule an der ideologischen Reproduktion der Gesellschaft beteiligt ist. Der Beitrag entwirft vier Thesen über die Wirkungsweise von Ideologie in der Schule, die sich der Frage einer ökonomischen Funktionalisierung von Lernen, des Sozialen bzw. der Sozialität in Formen der Subjektivierung sowie der Dialektik des Prozesses der ideologischen Vermittlung widmen. Diese Thesen werden auf Basis einer diskursanalytischen Untersuchung eines schulpädagogischen Leitbildes von idealem Lernen im österreichischen Schulsystem (Brandmayr 2017) entwickelt, deren Ergebnisse nach einer Diskussion des Ideologiebegriffs dargestellt werden. Ideologie wird in diesem Beitrag als wesentlich durch Praktiken vermittelt begriffen, in der Schule besonders durch die Praktik des Lernens. Diese Praktiken strukturieren Wahrnehmungs- und Interpretationsweisen und leiten Subjektivierungsvorgänge an. Über die Analyse des Lernens kann also gefragt werden, wie die Schule zur Vermittlung von Ideologien und damit zur Reproduktion der Gesellschaft beiträgt.
Schlagworte: Diskurs um Schule; Lernen; Ideologie; Reproduktion; Subjektivierung
Kerstin Plank

Abstract:

Dieses Paper behandelt Aspekte des modernen Konzeptes „Philanthrokapitalismus“. Der Fokus liegt dabei auf dem karitativen Engagement nordamerikanischer Milliardäre und den Strategien, durch die diese mithilfe von Stiftungen Macht ausüben können. Der erste Abschnitt beschäftigt sich mit dem derzeitigen Aufstieg des Philanthrokapitalismus. Der zweite Teil zeigt auf, wie Wohltäter und Wohltäterinnen ihre persönlichen und beruflichen Interessen fördern können.

Schlagworte: Philanthropie; Philanthrokapitalismus; Hegemonie; Gates

Call für Papers zur Tagung 

Der (wirtschafts-)politische Einfluss des Ordoliberalismus. Denkformen und Netzwerke

Montag, 9.10. (ab 14h) und Dienstag, 10.10. (9- 18h)

Akademie für Politische Bildung, Buchensee 1, 82327 Tutzing

Wissenschaftliche Leitung: Prof. Dr. Walter Ötsch, Cusanus Hochschule

 

Thematik der Tagung

Die Tagung widmet sich der Theorie- und der Wirkungsgeschichte des deutschen Ordoliberalismus. Die Geschichte und die Bedeutung des Ordoliberalismus für die Politik, insbesondere die Wirtschaftspolitik (West-)Deutschlands wurden und werden gerade im Zuge der deutschen und europäischen Krisenpolitik bekanntlich sehr unterschiedlich interpretiert. Bei der Tagung betrachten wir den Ordoliberalismus als Denkkollektiv im Sinn von Ludwig Fleck (1935/1980).

Ein Denkkollektiv hat zwei Seiten: eine kognitive und eine soziale. Dementsprechend fragen wir:

 

  • Welche Denkformen zeichnen den Ordoliberalismus aus?
  • In welchen Netzwerken und mittels welcher Netzwerke übten ordoliberale Ökonominnen und Ökonomen politischen und wirtschaftspolitischen Einfluss in (West-)Deutschland aus?
  • Kann man für (West-) Deutschland für welche geschichtlichen Phasen von einer ordoliberalen (Wirtschafts-)Politik sprechen?

 

Dabei geht es um folgende Fragen:

Denkformen des Ordoliberalismus?

 

  • Was zeichnet den Ordoliberalismus als ökonomische Theorie aus, was als politisch einflussreiche Strömung?
  • Besteht der Ordoliberalismus aus mehreren Schulen oder handelt es sich um eine einzelne? Was sind deren zentralen Gemeinsamkeiten?
  • In welcher Stellung steht der Ordoliberalismus zur Österreichischen Schule und zu Ansätzen, die nach 1945 in der Chicagoer-Schule entwickelt worden sind, vor allem dem Monetarismus oder mikroökonomischen (bzw. neoklassischen) Ansätzen?
  • Was ist das Liberale am Ordoliberalismus? Welche Zusammenhänge gibt es zum „Chicagoer-Liberalismus“ oder zu anderen liberalen und „neoliberalen“ Strömungen?

 

Netzwerke des Ordoliberalismus?

 

  • In welcher Weise war der Ordoliberalismus politisch und wirtschaftspolitisch erfolgreich?
  • War er nur in einer begrenzten Zeitdauer einflussreich? In welcher Form gibt oder gab es eine „Wiederkehr“ des Ordoliberalismus?
  • Wie müsste man den Ordoliberalismus wissenschaftssoziologisch beschreiben?
  • Mit welchen gesellschaftlichen und politischen Kräften war oder ist der Ordoliberalismus in (West-)Deutschland verbunden? Können einzelne Wirkungskanäle im Detail beschrieben werden?
  • Welche Bedeutung für die Wirkungsgeschichte des Ordoliberalismus besitzen die Netzwerke um das Walter Lippmann Colloque und die Mont Pèllerin Society?
  •  Welchen Beitrag leisteten Ordoliberale zur Verdrängung des Keynesianismus?
  • Welchen Einfluss besitzt der Ordoliberalismus heute? Inwiefern steht der „deutsche Sonderweg“ in der Wirtschaftspolitik damit in Beziehung?

 

Hintergrund: Studien zur Geschichte der deutschen Ökonomik

 

Der Hintergrund der Tagung stellt ein Projekt dar, das von der Hans-Böckler-Stiftung finanziert worden ist (Projektlaufzeit war 2012-2014). Dabei wurde das Feld der Ökonomik in (West-) Deutschland seit dem Zweiten Weltkrieg als soziales Feld analysiert. Das Projekt war in zwei Teile untergliedert:

  • Teil 1 wurde von Arne Heise (Universität Hamburg) mit MitarbeiterInnen erstellt, es ging um eine Geschichte der „heterodoxen“ Ökonomik. Dieser Teil wurde bereits im Vorjahr publiziert: Heise, Arne; Sander, Henrike und Thieme, Sebastian (2016): Das Ende der Heterodoxie?: Die Entwicklung der Wirtschaftswissenschaften in Deutschland, Springer VS
  • Im zweiten Teil ging es um eine facettenreiche Wirkungsgeschichte der deutschen Ökonomik. Dazu wurde eine Datenbank zu allen in Deutschland bzw. Westdeutschland an Universitäten wirkenden ÖkonomInnen aufgebaut, in welcher Informationen zur akademischen Laufbahn mit Daten zu Aktivitäten in der wirtschaftspolitischen Beratung sowie politischen Ämtern verbunden wurden. (Das Sample umfasst 782 ÖkonomInnen, die in der Zeitspanne 1954 bis 1994 eine Professur an einer deutschen Universität hatten).

 

Der empirische Befund aus dem 2. Teil zeigte einen nachhaltigen Einfluss von ordoliberalen ProfessorInnen und von Institutionen, die von Ordoliberalen aufgebaut worden sind. Dieser Befund wurde nach folgender These interpretiert: Der Ordoliberalismus stellt einen Teil des  „marktfundamentalen“ Denkkollektivs (in der Bedeutung von Ludwik Fleck, vgl. auch Mirowski 2013) dar. Es beinhaltet ­ gemeinsam mit anderen Teilgruppen des Kollektivs – den Kollektivgedanken „des Marktes“ (in der Einzahl und in spezifischen Bedeutungen). Dieses Denkkollektiv hat den Keynesianismus zu einer „heterodoxen Ökonomik“ werden lassen und ist in seinen Netzwerken bis heute immer noch – insbesondere politisch und gesellschaftlich – einflussreich. Sein Einfluss kann insbesondere in „Wendezeiten“ der Wirtschaftspolitik gezeigt werden, wie im Übergang von den Regierungen  Schmidt zu Kohl, von Kohl zu Schröder oder den wirtschaftspolitischen Reaktionen in Deutschland nach der Großen Krise ab 2008.

Dieser Teil wird publiziert als: Ötsch, Walter; Pühringer, Stephan und Hirte, Katrin (2017): Netzwerke „des Marktes“. Ordoliberalismus als Politische Ökonomie und wird in Kürze bei Springer VS erscheinen.

Ergebnisse aus dieser Publikation sollen bei der Tagung vorgestellt und gemeinsam mit den anderen Vortragenden diskutiert werden.

Literatur

Fleck, Ludwik (1935/1980): Entstehung und Entwicklung einer wissenschaftlichen Tatsache. Suhrkamp, Frankfurt am Main.

Mirowski, Philip (2013): Never Let a Serious Crisis Go to Waste: How Neoliberalism Survived the Financial Meltdown. Verso, London / New York.

Call for Papers

Referatsangebote an Walter Ötsch, Institut für Ökonomie, Cusanus-Hochschule, Bernkastel-Kues:

walter.oetsch@cusanus-hochschule.de

 

Mit lieben Grüßen Walter Otto Ötsch (www.walteroetsch.at) Professur für Ökonomie und Kulturgeschichte Institut für Ökonomie Cusanus Hochschule (www.cusanus-hochschule.de) Postadresse: Postfach 11 46, D-54461 Bernkastel-Kues

Moving the SocialMoving the Social is happy to announce launch in print and online of our latest issue, Moving the Social 57 (2017): Transnational Humatarian Action: Atlantic and Global Voluntary Activities from Abolitionism to the NGO’s 1800-2000.

Our latest issue comprises the following contributions:

– Enrico Dal Lago and Kevin OëSullivan: Introduction: Toward a New History of Humanitarianism, pp. 5-20.
– Stacey M. Robertson: Marketing Social Justice: Lessons from our Abolitionist Predecessors, pp. 21-36.
– Kimberly A. Lowe: The League of Red Cross Societies and International Committee of the Red Cross: a Re-Evaluation of American Influence in Interwar Internationalism, pp. 37-56.
– Julia F. Irwin: Connected by Calamity: The United States, the League of Red Cross Societies, and Transnational Disaster Assistance after the First World War, pp. 57-76.
– Jo Laycock: Saving the Remnant or Building Socialism?, pp. 77-96.
– Rob Skinner: ìEvery Bite Buys a Bulletî: Sanctions, Boycotts and Solidarity in Transnational Anti-Apartheid Activism, pp. 97-113.
– Chris Moores: Solidarity for Chile, Transnational Activism and the Evolution of Human Rights, pp. 115-135.
– Jeffrey Flynn: Philosophers, Historians, and Suffering Strangers, pp. 137-157.
– Enrico Dal Lago and Kevin OëSullivan: Review Article: Prosopographies, Transnational Lives, and Multiple Identities in Global Humanitarianism, pp. 159-174.
As an international, peer-reviewed journal focussing on social movements and transformations in societies world-wide and throughout history, Moving the Social welcomes manuscripts any time.
If you would like to submit a paper for consideration, you may find some core guidelines here.

Please feel free to contact the editorial office at mts@rub.de with any questions.

Textilgeschichte EinladungDie Textilindustrie prägte im 19. Jahrhundert maßgeblich die industrielle und kapitalistische Entwicklung in Europa. Millionen Menschen gab sie – oft unter erbärmlichen Bedingungen – Arbeit. Auf den Baumwollplantagen in den USA und den Kolonien sahen die Arbeitsverhältnisse nicht besser aus. Doch die europäischen Zentren der Textilproduktion verloren im 20. Jahrhundert ihre Bedeutung. Stattdessen produzieren in Süd- und Südostasien heute Millionen Menschen in Sweatshops. Fast Fashion sowie neue Materialien und Verschiebungen entlang der Wertschöpfungsketten dominieren heute das Geschehen.

Wir wollen diskutieren, welche Veränderungen wir bereits erlebt haben und welche kommen werden. Welche Rolle spielten und spielen die Automatisierung, gestiegene Produktivität und die Frage der Arbeitskräfterekrutierung in Verlagerungsprozessen? Wie ist das Wechselverhältnis

zwischen der Entwicklung des Kapitalismus und der Textilindustrie über die Zeit zu bewerten? Wie stellt sich heute angesichts eines globalen Marktes die Gegenwart und Zukunft der deutschen Textilindustrie dar?

Sven Beckert, der renommierte Forscher zur Geschichte der Textilindustrie aus Harvard und Autor des Werks „King Cotton“, der Vorsitzende der IG Metall Jörg Hofmann und die Linzer Wirtschaftswissenschaftlerin Elke Schüssler beleuchten Kontinuität und Wandel der Textilindustrie, in der heute in Deutschland rund 130.000 Menschen und weltweit mehr als sechzig Millionen Menschen arbeiten.

17. Juli, Alte Jakobstraße 149, 10969 Berlin

ReferentInnen:

Prof. Dr. Sven Beckert, Harvard University. Autor des Buches: King Cotton. Eine Globalgeschichte des Kapitalismus, München 2014.

Jörg Hofmann, Erster Vorsitzender der Industriegewerkschaft Metall, die die Belange der Textil- und Bekleidungsindustrie vertritt.

Prof. Dr. Elke Schüssler, Johannes-Kepler-Universität Linz, Österreich. Projektkoordinatorin des Projekts Changes in the Governance of Garment Global Production Networks.

Moderation: Dr. Christian Kellermann, GeschaÅNftsführer IGZA

Der Maria-Weber-Grant dient der Förderung herausragender Nachwuchswissenschaftler in der Postdoc-Phase.

Zielgruppe sind herausragende Wissenschaftler aus allen Fachgebieten an deren Verbleib in der Wissenschaft die Hans-Böckler-Stiftung sowohl aus forschungs- als auch aus hochschulpolitischer Perspektive ein besonderes Interesse hat. Die Bewerber können für bis zu 12 Monate eine Vertretung beantragen, die Teile der Aufgaben in der Lehre übernimmt, um sich so Freiräume zur Durchführung ihrer Forschung zu verschaffen. Es werden Mittel zur Bezahlung der Teilvertretung von pauschal 20.000€ pro Semester gewährt. Ausschreibung als pdf.

 

Maria Weber war eine deutsche Gewerkschafterin, die sich stark für Bildungsgerechtigkeit engagiert hat und von 1972 bis 1982 stellvertretende Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes war.